Pressestimme zum Stück Die drei Eisbären

Quelle: unbekannt vom 1973-00-00
"Eisheilige" mit lokalem KoloritLaienspielgruppe der Dompfarrei führte Lustspiel mit großem Erfolg aufGroßen Erfolg konnte die Laienspielgruppe der Dompfarrei mit ihrem ländlichen Lustspiel von Maximilian Vitus "Die drei Eisheiligen" im überfüllten Kolpingsaal verzeichnen.Die Geschichte der drei weiberfeindlichen Brüder kam in ungekürzter Fassung zur Aufführung. Ein besonderes Kuriosum war dabei, dass dieses einst in bayerischer Mundart geschriebene Stück, aus Zweckmäßigkeitsgründen fränkische und egerländische Dialoge aufwies; dies alles in einem Stück, das in einem Bergbauernhof in Oberbayern spielt. Die künstlerische Freiheit feierte bei dieser sehr sorgsam einstudierten Aufführung "fröhliche Urständ". Ein treffender Einfall der Regie - sie lag in den bewährten Händen von Georg Viering und war die lokalkoloristische Einlage über die mehr oder weniger anrüchiqe Luft in Heidingsfeld, pardon in Hätzfeld.Die Rollen der drei Eisheiligen waren mit Herbert Bauer als Peter Haldenegger (sehr verschmitzt und trotzdem grundehrlich), mit Peter Buschkühl als Pauli Haldenegger (schon etwas überreif im Alter und glaubhaft verknöchert) und mit Wolfgang Endres als Juliander Haldenegger (von der Gestalt her fast echt bajuwarisch, hingegen eine fast Würzburger Gosche), vorzüglich besetzt.Sehr überzeugend verlieh Berta Huth der Rolle der Wirtschafterin Veronika ihre Züge; ihr polterndes Temperament, verbunden mit der Weichherzigkeit und der wohl angebotenen "verbindenden" Diplomatie waren Eigenschaften, die der Darstellung sehr förderlich waren. Dieter Hertel wurde seiner Aufgabe als Viehhändler und Schmuser Girgl Anthuber voll und ganz gerecht. Ebenso sein "Verschmusobjekt" Traudl Bauer als Haslocherin.Maralen Lechleitner, eine junge Magd, (Barbara Stein) hatte es wohl von der ihr übertragenen Rolle her sehr schwer, die drei "Eisbären" von, ihrem Eispanzer zu befreien, aber mit fraulichem Geschick konnte dieses "saubere Weiberleit" nicht nur für das Baby, das die "Männerwirtschaft" auf dem Hof ganz durcheinander gebracht hat, eine "fürsorgliche Mutter" sein, sondern auch die "Mannerleit" auf Trab bringen und den so schüchternen Juliander - ihren heimlichen Geliebten - an ihr Herz, bzw. er sie ans Herz drücken.Für die vortrefflich gelungenen Masken zeichnete Franz Göbel verantwortlich, während Josef Volk für die Beleuchtung und Artur Göbel und Herbert Klühspies für die Technik sorgten. Nicht zu vergessen Anita Endres, die geschickt soufflierte.Das aufgeschlossene Publikum ließ sich gerne unterhalten und spendete wohlverdienten Beifall.fh