Pressestimme zum Stück Seine Majestät, der Kurgast

Quelle: vom 1977-00-00
Quelle: unbekannt 1977Auch im neunten Jahr: volles HausEigentlich schon erstaunlich für eine Laienspielgruppe, auch Im neunten Jahr ihres Bestehens ein volles Haus zu bekommen. Der Laienspielgruppe der Dompfarrei Ist das gelungen. "Seine Majestät, der Kurgast", das jetzt aufgeführte ländliche Lustspiel In drei Akten von Peter Jehl, war, im Gegensatz zum Untertitel "Herzlich unwillkommen", den Zuschauern bei der Premiere herzlidich willkommen.Trotz der kaum vermeidbaren, an verschiedenen Stellen bemerkbaren Längen, wurde eine Darbietung unter der bewährten Regie von Rolf Düchting daraus, die nie langweilig wirkte. Trotz seiner vier Neuzugänge' riß das Ensemble mit seiner vorzüglichen Spiellaune das Publikum einfach mit.Den Versuch, unliebsam Sommerfrischler loszuwerden unternehmen Cölestin, der Draxelbauernvater (Peter Buschkühl) und Sepp, der junge Draxelbauer (Wolfgang Endres). Die hinterlistige Art eines eingespielten Duos brachte auch notorische Nichtlacher zum schmunzeln. Bertha Huth, als resolute Draxelbauermutter Zenz, nahm es mit Vehemenz mit ihren Mannsbildern' auf, wenn es darum ging, die Kasse etwas aufzubessern; kaum zu glauben, daß sie die Seniorin der Gruppe ist.Seit Jahren schon als herausstechende Type bewährt, zeigte sich Herbert Klühspies glaubhaft als Altertumshändler Liborius Käswurm aus Sachsen, der mit den Heiligen Handel treiben will. Viel Wirbel gibt es auch für die Draxeibauern, als ohne ihre Genehmigung Brunhilde Gänsl ein als Sommergast aus dem Rheinland (Maria Düchting) auf dem Bergbauernhof auftaucht; ihre sehr pathetische Darstellung steht verständlicherweise im Gegensatz zu der bäuerlichen Gemütlichkeit, die durch sie und ihrer Tochter Anita erheblich gestört wird. Sylvia Kliegl, eine sehr talentierte Errungenschaft der Laienspielgruppe, spielte ihre Rolle forsch und voller Witz. Maria KIühspies gab als junge Draxelbäuerin Resi ihr wohlgelungenes Debüt. Mit Charme und gelassener Ruhe bringt sie ihren Angetrauten vollkommen aus dem Häuschen. Als ein Original entpuppte sich Sonja Hofmann. Dieser "Neuverpflichtung" war die Rolle der Stallmagd wie auf den Leib geschrieben. Als "Neuer" agierte Herbert Fella sehr zurückhaltend, aber doch überzeugend, als Jagdgehilfe Laschinger. Die passenden Masken und Frisuren besorgte Franz Göbel. Für die notwendige Technik und Beleuchtung zeichnete altbewährt Dieter Haertel. Für die Zuschauer unhörbar soufflierte mit Umsicht Anita Endres. Das Publikum geizte nicht mit Beifall, vor allem nicht mit Szenenapplaus.th