Pressestimme zum Stück Der fidele Hausl

Quelle: vom 1978-00-00
Quelle: Volksblatt 1978Guter Griff in die KomödienkisteEine Laienspielgruppe hat es schwer, alle Jahre neue Einfälle in Szene zu setzen, um so nicht in die Gefahr zu kommen, auf altbekannte Art, mehr oder weniger gute Unterhaltung zu bieten. Von diesen Gedanken scheint heuer die Laienspielgruppe der Dompfarrei ausgegangen zu sein; hat sie doch ihr "eingefahrenes Gleis" verlassen und bewies dadurch eine wohlausgewogene Vielseitigkeit. Ihr Regisseur Rolf Düchting - für sein Gespür in punkto Publikumsgeschmack seit Jahren bekannt - hatte wieder einen guten Griff in die Komödienkiste getan mit der Inszenierung des Schwankes "Der fidele Hausl" von Franz Schaurer.In drei Akten lernt der Zuschauer die "Fähigkeiten" eines Hausknechtes kennen, der mit durchtriebener Bauernschläue alle Akteure nach seiner Pfeife tanzen läßt. Der Leiter der Gruppe, Peter Buschkühl, verleiht diesem Faktotum mit seiner bewährten Darstellung und mit einer ausdrucksvollen Mimik die Quirligkeit, die der Niklhausl im Gasthaus "Wetterfähnle" einfach haben muß. Die heuer erstmalige musikalische Begleitung (Joachim Deppisch, Klavier) und die gesanglichen Einlagen - hier stellte sich Peter Buschkühl von einer ganz neuen Seite vor - gaben der Aufführung besondere Würze. Barbara Dell, Wirtin des Gasthauses, liebenswürdig, agierend, kann auf den "Hausl" zur Aufrechterhaltung des Betriebes nicht verzichten, nachdem für die buntgewürfelte Gästeschar ein "Feriensportprogramm" durch den plötzlich auftauchenden "Joschi, einer "Alten Liebe" (Rolf Düchting), einem "frischgebackenem" Sportlehrer geboten werden soll.Mit viel Turbulenz werden die Beteiligten über die Bühne und durch den Saal gehetzt und mit einem raffinierten Gag - das Publikum zu sportlichen Bewegungen animiert. Die sittenstrenge Tante Irma läßt es sich dabei nicht nehmen, der Jugend bei einem Waldlauf zu beweisen, daß sie keine "alte Schachtel" ist. Erstaunlich und bewundernswert, wie Berta Huth, ob ihres Jahrgangs, die Strapazen durchhält. Die Jugend ihre Nichte Klara (Silvia Kliegl) und deren tollpatschiger "Gspusi" (Herbert Klühspies versuchen gekonnt, dem Argusauge der gestrengen Tante zu entfliehen. Herrlich zu Schmunzeln die Szene mit dem leeren Holzkorb.Seiner Rolle als großspuriger Sägewerksbesitzer Porsch wird Dieter Haertel in jede Situation gerecht. Seine Tochter bzw. Freundin Ilona Stein verkörpert Sonja Klühspies mit Bravour als extravagant mannstolle Frauensperson.Am Ende der Premiere großer Beifall.fh