Pressestimme zum Stück Die adlige Susanne

Quelle: Volksblatt Würzburg vom 1983-11-30
Quelle: Volksblatt Würzburg, 1983 Von Peter Nossol Viel Erfolg für "adelige Susanne" Menschen zwischen dem fünften und dem achtzigsten Lebensjahr in gleicher Weise über zweieinhalb Stunden hinweg gut zu unterhalten, dürfte mit zu den schwierigsten Aufgaben auf dem Unterhaltungssektor zählen. Das dies auch ohne großen technischen und finanziellen Aufwand möglich ist, hat am vergangenen Dienstag auf eindruckvolle Weise die Laienspielgruppe der Dompfarrei bewiesen. Die Premiere ihres Lustspiels "Adelige Susanne" kann mit gutem Gewissen als gelungen bezeichnet werden.Es mag zunächst verwundern, dass trotz umfangreicher Werbung, die im übrigen, wie alle anderen Vorbereitungen, von den Akteuren selbst erledigt werden musste, im großen Saal des Kolpinghauses etliche Stuhlreihen unbesetzt blieben. Eine Erklärung hierfür hat Spielgruppenleiter Peter Buschkühl parat. Die Zuschauer, so Buschkühl, würden aus Furcht vor einer überfüllten Premiere lieber gleich auf die weiteren Vorstellungen ausweichen, so dass die Premiere schon seit einigen Jahren die Aufführung mit der geringsten Zuschauerzahl sei. Dennoch konnte Regisseur Rolf Düchting Zuschauer jeder Altersstufe begrüßen. Darunter auch den neuen Generalvikar Heribert Brander. Die meisten Mitwirkenden waren ihm aus seiner Zeit als Dompfarrer noch als ehemalige Mitarbeiter eng verbunden.Als sich der Vorhang hob, war das Interesse der Zuschauer sofort auf das Geschehen auf der Bühne gerichtet. Im besonderen auf die Schwierigkeiten, die der wohlhabende Holzhändler und Bürgermeisterkandidat Josef Gsangl mit seinen zwei Kindern hat. Seine Bemühungen, Christian und Christiane "vornehm" zu verheiraten, schlagen immer wieder fehl. Mit der adeligen Susanne versucht er sogar blaues Blut in seine Familie einzubringen. Doch alle seine Anstrengungen scheitern. Daran können auch seine zwei "oberschlauen" Kumpane Amadeus und Hiasl nichts ändern. Nach einigen Verwirrungen und Überraschungen findet schließlich alles noch ein gutes Ende. Wenn der Gsangl Josef, gespielt von Wolfgang Endres, in der Schlußszene meint: "Jeder soll mit dem zufrieden sein, was er hat!", so ist dies auch durchaus als ein Appell an den Zuschauer zu verstehen.Beeindruckend waren der Einsatz und die Begeisterung, mit der alle Akteure in dem Lustspiel aufwarteten. Besonders Wolfgang Endres und Peter Buschkühl haben sich durch das jahrelange Auftreten zu Publikumslieblingen entwickelt. Auch der Maske ist ein Lob auszusprechen. Mancher Akteur entlockte dem Zuschauer allein schon durch die äußere Aufmachung ein Schmunzeln.Die seit 1969 bestehende Gruppe beabsichtigt auch 1984 wieder aufzutreten. Vorausgesetzt, der Kern der Gruppe findet wieder einige junge Laienspieltalente und freiwillige Helfer, ohne die man nicht bestehen könnte.Das Geld, das in der Pause in die Hüte der Akteure wanderte, wird - abzüglich 'der Unkosten - für karitative Zwecke verwendet.Peter Nossol