Pressestimme zum Stück Der doppelte Moritz

Quelle: vom 1995-00-00
Quelle: Volksblatt Würzburg vom 21. November 1995"Der doppelte Moritz" hat heute bei der Dompfarrei PremiereLaienspieler opferte seinen BartAchtmal wird die Laienspielgruppe der Dompfarrei in den kommenden Wochen im Festsaal des Kolpinghauses zu sehen sein mit ihrem neuen Stück "Der doppelte Moritz".Das sei nicht zu viel und nicht zu wenig, meint der Regisseur Rolf Düchting, so könnten sich die Schauspieler richtig in ihrer Rolle warmspielen, ohne übermäßig in eine lustlose Routine zu verfallen. Doch diese Gefahr ist bei der Truppe ohnehin nicht gegeben, die sich dem Theater aus Spaß an der Freud verschrieben hat.Seit nunmehr 26 Jahren erarbeitet sich die Laienspielgruppe Theaterstücke. Anfangs auf Bauerntheater spezialisiert, griff man in letzter Zeit doch auch gerne auf Boulevardstücke zurück.So thematisiert auch die jüngste Produktion, eine humorvolle Verwechslungskomödie von Toni Impekoven und Carl Mathern, das Beziehungsdurcheinander eines Fabrikbesitzers, dessen Zwillingsbruder plötzlich und unerwartet aus Amerika eintrifft. Der Hauptdarsteller Wolfgang Endres, der in die Doppelrolle der beiden Zwillinge geschlüpft ist, rasierte sich für dieses Vorhaben eigens seinen Bart ab, um so abwechselnd einen bärtigen (mit gefälschtem Bart!) und bartlosen Bruder zu spielen.Pannen gibt und gab es in der Geschichte Dompfarrkinder immer wieder. So drohte das Sofa während der Hauptprobe auseinanderzufallen. Vor ein paar Jahren war ein Bernhardinerhund, der in einem Stück auch mitzuspielen hatte, nicht mehr von der Bühne wegzubringen. Bewundert zu werden schien dem Tier zu gefallen."Wir wollen gar nicht professionell sein!", so der Regisseur. Es mache ja gerade den Charakter einer Laiengruppe aus, dass es nicht immer bierernst zuginge. Da könne ruhig auch über menschliches oder tierisches Versagen gelacht werden. Befreundete Schauspieler vom Stadttheater, die sich immer wieder gerne die Boulevardstücke ansehen, gäben zwar hilfreiche Anregungen. Doch Düchting wehrt sich gegen eine übermäßige Professionalisierung.So kommt es auch mal vor, dass sich Schauspieler gegenseitig Streiche spielen; da ist Salz statt Zucker im Kaffee, statt Wasser befindet sich Schnaps in der Flasche, die Souffleuse wird entführt. Doch diese Scherze verzeihen sich die Schauspieler gerne denn die meisten sind schon sei 26 Jahren miteinander befreundet.Das Ensemble will sich allerdings Offenheit bewahren. So ist es auch für jüngere Interessenten an der Laienschauspielkunst möglich dazuzustoßen. Obwohl unter der Dompfarrei organisiert sind Nichtkatholiken und Personen aus anderen Pfarreien herzlich willkommen und zur Mitarbeit eingeladen.Zur Premiere heute ist, wie an allen anderen acht Termine auch, der Eintritt frei. Spenden sind erbeten, damit die Saalmiete und die Leihkosten für Kostüm nicht von den Schauspielern selbst getragen werden muss. De Gewinn kommt einem guten Zweck zugute.Aufführungstermine: 21., 24. 26., 28. November, 1., 3., 5. und 8.Dezember; sonntags 18 Uhr, werktags, 19.30 Uhr. stek